Azubiticket - Unternehmen in die Pflicht nehmen!

Arbeit & Wirtschaft

Anlässlich des Besuchs der Infrastrukturministerin Birgit Keller mahnen die Jusos Ilm-Kreis noch einmal deutliche Verbesserungen beim geplanten Azubi-Ticket an.
In den Verhandlungen mit Verkehrsverbünden und Landkreisen habe man den ersten Schritt gemacht und einen Teilerfolg erzielen können, erklärt Juso-Kreisvorsitzender Maximilian Reichel-Schindler. Ab dem 1. Oktober können Auszubildende ein „Azubi-Ticket light“ erwerben, welches sowohl die Regionalbahnen als auch den VMT beinhaltet.

„Da der Ilm-Kreis aber nicht Teil der Verkehrsverbundes ist, profitieren die Auszubildenden hier nur begrenzt,“ führt Reichel-Schindler aus. Hier müsse schnellstmöglich eine Förderrichtlinie erarbeitet werden, um eine thüringenweite Nutzung des Busnetzes zu ermöglichen. Dass dies nicht bereits parallel passiert sei, obwohl von Vornherein hätte klar sein müssen, dass die lokalen Busunternehmen nur schwer unter einen Hut zu bekommen seien, wiege hier besonders schwer, so der Juso-Kreisvorsitzende weiter.


Unverständlich ist für die Jusos im Ilm-Kreis besonders, dass von einer Einbeziehung der Unternehmen am Azubi-Ticket wieder Abstand genommen wurde. „Der Ilm-Kreis ist einer der wirtschaftsstärksten Landkreise im Freistaat, deshalb sollte das Interesse an diesem Projekt groß sein“, so die stellvertretende Kreisvorsitzende Kathrin Reinhardt. Gerade weil mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres immer wieder Ausbildungsplätze unbesetzt blieben, müssten hier neue Wege gegangen werde. Während die Unternehmen gerade in den östlichen Bundesländern auch wegen einer fehlenden Mindestausbildungsvergütung von geringen Personalkosten profitieren, sei deren Beitrag an der Verbesserung der Standortbedingungen noch zu gering. „Wer die Zukunft seines Unternehmens sicherstellen will, kommt um Investitionen nicht herum. Dazu gehört zweifelsohne auch eine direkte Beteiligung an den Fahrtkosten der Auszubildenden“, stellt Reinhardt klar.

Kritik von Seiten der CDU verbitten sich die beiden jedoch. Immerhin hätte diese lange genug Zeit gehabt selbst ein Azubi-Ticket auf den Weg zu bringen, von dem sowohl Auszubildende als auch Unternehmen profitieren könnten. „Wenn man wie der Abgeordnete Bühl anführt, dass die Regierungskoalition an ihren eigenen Ansprüche gescheitert sei, sollte man sich vielleicht fragen, warum man als jugendpolitischer Sprecher seiner Fraktion dahingehend selbst keinerlei Ansprüche erkennen lässt“, so Reichel-Schindler abschließend.

 
 

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